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Ein Boom, der nicht zu stoppen ist

Die allererste Ausstellung, auf der öffentlich Ölgemälde gezeigt wurden, war der von der berühmten französischen Académie Française ausgerichtete Kunstalon im Pariser Louvre. Das war im Frühjahr 1667, als der französische König Ludwig der XIV. dieses Event ausrichten ließ und so begeistert war, dass er jährlichen Fortsetzungen zustimmte. Ludwigs Beispiel machte erst in Europa und später weltweit Schule. Heute tritt jeder kleine Ortsteilbürgermeister und jeder große Staatenlenker gern und oft als Eröffner einer großen Ausstellung auf. Denn der Glanz von großen Kunstausstellungen von Rang fällt auch auf das Personal zurück. Die Eitelkeit und der Drang zum Licht hat in all den Jahren seit König Ludwig nicht nachgelassen. Ganz im Gegenteil. Seit Andy Warhol jedem Erdenbürger seine fünfzehn Minuten Ruhm versprach, ist das Streben nach medialer Anerkennung größer denn je. Aber dieser Boom der Kunstaustellungen ist natürlich nicht nur ein Reiz der Oberfläche, sondern bietet durchaus auch wachsende Chancen für den Broterwerb. Besonders die neue mediale Boheme setzt auf die finanziellen Chancen des Kunstmarktes. Heute sind es nicht nur Ölgemälde, die hohen Gewinn versprechen. Auch Video-Kunst hat ein wachsendes Potential. Und selbst der Underground, der vor Jahren die Straßen der Weltmetropolen mit Graffiti Kunst überzog, ist nun im Museum gelandet. So werden aus Leihgaben Sammlerstücke und Kapitalanlagen. Das Rad der Kunst dreht sich und dreht sich. Der nächste Trend ist uns gewiss. Und das nächste Rekord-Eregebnis einer Kunstauktion lässt unter Garantie nicht mehr lange auf sich warten.